MINIMALISMUS IM KLEIDERSCHRANK

Letztens bin ich mehr durch Zufall auf ein Youtube Video gestoßen (ja, während meiner  Klausuren-Vorbereitungs-Phase passiert das schon mal) über eine junge Frau, die seit 2 Jahren keine Klamotten mehr gekauft hat. Jedenfalls nicht bei den Läden, die dafür bekannt sind ihre Klamotten unter Menschen unwürdigen Verhältnissen zu produzieren.

„Weg mit allem was man nicht mehr braucht. Nachhaltiger und Bewusster Konsum. Besinnung auf das wirklich wichtige.“ – das dürfte wohl der Leitspruch für Minimalismus sein.

Eigentlich ja ein guter Grundgedanke. Ich bin der Meinung, dass die Menschen heutzutage einfach viel zu viel konsumieren, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wofür sie das brauchen könnten. Ob es ihnen wirklich einen Mehrwert bietet, oder doch nur für ein paar Wochen cool ist.

Ich muss aber auch ehrlich gestehen: Von Minimalismus bin ich noch ganz weit weg. Die Bücher stapeln sich in meinen Bücherregalen (ich glaube darauf könnte ich auch wirklich nicht verzichten), der Kleiderschrank ist voll und in meinem DVD-Regal bring ich keinen einzigen neuen Film mehr unter.

Jetzt gleich einen Container bestellen, alles rein packen was weg kann und dann ab damit zum Sperrmüll… Das wäre zu heftig und irgendwie auch schon nicht mehr im Sinne des Betrachters. Schließlich will man ja nachhaltig sein. Was ist nachhaltig daran, wenn man erst einmal eine ganze Menge Müll produziert?

Also erstmal langsam angefangen. Ich habe mir als erstes meinen Kleiderschrank vorgenommen. Jede Abteilung von Tops, über T-Shirts und Blusen bis hin zu den dickeren Pullis habe ich jetzt alles durch (jedenfalls die Wintersachen). Und was ich da alles ausgemistet (und wiedergefunden) habe. Unglaublich! Vom Minimalismus bin ich noch immer weit entfernt (ich glaube ich brauche die nächsten 3 Jahre keine Tops kaufen *räusper*). Aber jetzt alles wegzugeben, obwohl ich es noch trage, würde mir auch falsch vorkommen. Das würde mich unter Druck setzten, mich zu entscheiden, welches Teil mir mehr bedeutet als ein anderes.

Gewundert habe ich mich aber doch, wie um alles in der Welt meine Klamotten vorher in den Schrank gepasst haben. Ich kann euch das gar nicht beschreiben. Das muss so voll gewesen sein, obwohl er mir nie sooo voll vorkam. Jetzt weiß ich: Ich habe genug Zeug! Ein oder zwei Dinge stehen jetzt noch auf meiner Kaufliste, zum Beispiel einen schönen flauschigen, richtig dicken Pulli.

„Brauch ich das wirklich?“, das soll der Satz sein, den ich mir ab jetzt jedes mal stellen möchte, wenn ich kurz davor bin etwas zu kaufen. Brauche ich wirklich noch einen Schal, nur weil der sich ganz besonders flauschig anfühlt? Die Schuhe sehen ja so toll aus, brauche ich die denn auch noch?

Ein bisschen Geld könnte ich dadurch bestimmt auch noch sparen. Und dann kaufe ich mir doch lieber das ein oder andere mal ein etwas teureres Modestück, das dafür qualitativ auch hochwertiger ist und mir eventuell ein paar Jahre erhalten bleibt.

Natürlich hat das ganze neben dem ein oder anderen Euro mehr auf dem Konto, dann auch noch einen gewissen menschlichen Hintergrund. Eigentlich weiß man ja, unter welchen Umständen unsere Mode hergestellt wird, aber dagegen etwas unternehmen macht man auch nicht. Ich möchte jetzt also auf diesem Wege der Wegwerfgesellschaft etwas entgegenwirken. Wer weiß, vielleicht ist ja nach meinem Kleiderschrank auch noch etwas anderes mit minimieren dran.

Ich werde euch berichten, wie es mir so ergeht und ob ich mich an das Mantra wirklich halten kann (ich bin selbst sehr gespannt).

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6 Gedanken zu “MINIMALISMUS IM KLEIDERSCHRANK

  1. Ich finde MInimalismus umzusetzen kann ganz schön schwer sein. Ich werde es wahrscheinlich nie schaffen, richtig „minimalistisch“ zu leben, aber jeder Anfang ist klein und von allem ein bisschen weniger ist auch schon richtig gut! Ich habe auf meinem Blog auch schon über Minimalimus gesprochen, aber meistens scheitert es an der Umsetzung, ganz gleich wie gerne man so einiges einfach verschenke oder wegschmeißen will. (Immer alles wegschmeißen ist immerhin auch keine Lösung) Liebe Grüße, Julia!

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Julia,

      ich glaub auch, dass ich so richtig ganz komplett minimalistisch nicht leben könnte. Aber ich finde den Ansatz nicht schlecht, deshalb werde ich es wenigstens in ein paar Gebieten meines Alltags versuchen umzusetzen 😉
      und ich stimme dir hundertprozentig zu: Alles wegschmeißen macht die Sache ja nicht besser…

      LG Hannah

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: 10 DINGE OHNE DIE ICH NICHT LEBEN KÖNNTE | 4urday

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