EINE WOCHE PEKING + TIPPS UND TRICKS

Oh trautes Heim, Glück allein. Ich bin wieder in Deutschland. Trotz einer wirklich tollen Zeit in Peking bin ich jetzt wirklich froh wieder zu Hause zu sein. In China hatte ich leider nur sehr begrenzt mit meinem Handy Zugriff auf meine Seite, deshalb hört ihr erst jetzt von mir!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu erzählen und welche Bilder ich euch zeigen soll. Wer sich nicht schon einmal selbst in einer solchen Großstadt unterwegs war, kann sich das vermutlich gar nicht vorstellen. Allein der Flughafen in Peking ist RIESIG! Leider bin ich dieses mal am falschen Terminal ausgestiegen, was ich anfangs gar nicht gemerkt hatte und deshalb etwas panisch war, als ich meinen Flug nicht auf der Abflugliste gefunden habe… eigentlich war ich mit 2 1/2 Stunden wirklich lange vor meinem Abflug am Flughafen, aber mit der Suche nach dem Abfluggate, Pass- und Sicherheitskontrolle und gefühlt mehreren tausend Menschen vor mir wurde es dann doch etwas eng. Aber ich habe es noch geschafft.

Hier also schon der erste Tipp: Bringt genug Zeit mit, denn es ist mit wirklich vielen Leuten zu rechnen UND schaut vorher auf euer Ticket welcher Terminal ihr seid. Andernfalls müsst ihr dann wie ich noch 10 Minuten Zeit damit zu verschwenden den Bustransfer zu finden, der dann nochmal eine gefühlte Ewigkeit braucht um von einem Terminal zum anderen zu kommen.

Aber jetzt habe ich ja von hinten angefangen zu erzählen! Wie ihr seht habe ich da noch gar keine so richtige Ordnung drin und weiß nicht einmal wo ich eigentlich anfangen soll… Vielleicht einfach von vorne:

Tag 1:

Von meinen Beobachtungen am Frankfurter Flughafen habe ich euch ja bereits geschrieben. Als es dann endlich soweit war und das Boarding für meinen Flug begann, war ich schon ganz aufgeregt und habe mich tierisch gefreut meine Freunde in Peking nach etwas mehr als 3 Jahren endlich wieder zu sehen. Geflogen bin ich mit dem A380 von Lufthansa, was ich wirklich nur empfehlen kann. Man hat relativ viel Platz, kann ich im Notfall auch mal etwas bewegen und es gibt ein echt gutes Entertainment-Programm an Board. Das Essen war allerdings nur so naja. Das nächste Mal würde ich mir eventuell ein vegetarisches Menü bestellen, vielleicht ist das ja von der Konsistenz her etwas schmackhafter. Wer allerdings vollkommen auf Nummer sicher gehen möchte, dem würde ich empfehlen sich im Flughafen etwas zu essen zu besorgen (zum Beispiel beim Bäcker).

Gelandet bin ich, nach einem zieeemlich langen Flug, dann Pekinger Ortszeit 8.30 Uhr. 6 Stunden Zeitverschiebung bedeuteten also, dass es für mich gerade 2 Uhr morgens und ich seit beinahe 24 Stunden auf den Beinen war. Dementsprechend müde war ich und musste mich, in meiner Unterkunft angekommen, auch erst noch einmal hingelegt.

Halbwegs ausgeruht ging es dann gleich mit Isabel (bei ihr und ihrem Mann Louis bin ich auch dieses mal wieder untergekommen) zur nächstgelegenen Polizeistation um mich anzumelden. Sollte man nach Peking reisen und in einem Hotel nächtigen ist das nicht nötig, dann bietet das Hotel diesen Service automatisch. Die nächste Station war dann ein Laden von China Unicom um mir einen chinesischen Vertrag zu besorgen (50 ct pro SMS und fast 4 € pro Minute telefonieren mit meinem deutschen Vertrag war mir dann doch zu viel, zumal ich auch keinen Internetzugang gehabt hätte). Chinesische Verträge gibt es umgerechnet schon für wenige €. Ebenfalls zu empfehlen ist eine wiederaufladbare Karte für das öffentliche Verkehrsnetz in Peking. Denn obwohl Taxifahrten billig sind, geht es mit den Öffentlichen noch günstiger. Maximal 5 Yuan kostet eine Fahrt mit der U-Bahn (und das ist schon die längste Strecke, die man fahren kann), also umgerechnet 71 ct.

Wieder zu Hause ging es dann auch schon gleich weiter zum Abendessen. Pekingente hatte ich mir gewünscht und so bin ich das erste Mal auf einem elektrobetriebenen Motorroller hinten mitgefahren. Ich dachte ich sterbe. Was auch immer ihr hier in Deutschland als chaotische Straßensituation empfindet ist NICHTS im Vergleich zu Peking. Ampeln sind mehr so ungefähre Richtlinien und Fußgängerüberwege eigentlich nur dazu da, um zu zeigen wo man die Straße überqueren kann. Halten tut da keiner. Auch die Fahrtrichtung werden vor allem von Fahrrad-, Motorroller- und Mopetfahrern nur halbherzig beachtet. Wir sind aber gut am Restaurant angekommen, Isabel hat sich recht geschickt durch das ganze Chaos geschlängelt, und das Essen war wirklich gut.

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Tag 2:

Ich glaube ich konnte meinen Körper in der ganzen Woche nicht so richtig auf die chinesische Zeit einstellen… Abends habe ich mir mit dem einschlafen furchtbar schwer getan und morgens die Augen kaum aufbekommen. Nachdem ich also länger als eigentlich geplant geschlafen hatte, sind wir zum Tjiani-Markt gefahren. Mehrere gigantische Gebäude, in denen man an einer Unmenge von kleinen Ständen einfach ALLES kaufen kann. Anziehsachen, Elektronik, Haushaltsware, Spielsachen, Bürobedarf und vieles vieles mehr. Vor lauter schauen konnte ich mich gar nicht so recht entscheiden, ob ich nun etwas haben wollte oder nicht. Gesucht habe ich eigentlich ein paar Schutzhüllen für Handy und Tablet aber außer Apple findet man dort leider nichts mehr. In diesen Märkten ist feilschen übrigens oberstes Gebot. Was auch immer sie als ersten Preis nennen, und mag dieser im Vergleich zu Deutschland noch so billig sein, ist viel zu hoch. Meistens sind sie noch zufrieden, wenn sie ein drittel des genannten Preises bekommen. Lasst euch da auch nicht von ihren teils etwas ausgefallenen Sprüchen überzeugen.

Den Abend habe ich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen verbracht (den hatte ich bei meinem letzten Pekingaufenthalt in meiner damaligen Arbeit kennengelernt). Korean BBQ stand ebenfalls ganz oben auf der Liste von Dingen, die ich gerne während meines Aufenthaltes essen wollte. So lecker, aber einfach viel zu viel. Wir waren beide ziemlich voll.

Tag 3:

Auch da habe ich wieder viel zu lange geschlafen. War aber in diesem Fall nicht weiter schlimm, denn der Himmel war total verhangen. Das hatte sich am Tag vorher bereits angekündigt und ist über Nacht noch etwas schlimmer geworden. Leider war es nicht die Wolken, sondern der Smog. Laut Luftqualitäts-App ziemlich schädlich für die Lunge, vor allem für ältere Menschen und Erkrankte. Da ich ja nur eine begrenzte Zeit in Peking zur Verfügung hatte, hat mich das allerdings nicht aufgehalten und ich bin zum Olympischen Park gefahren. Eine sehr große Anlage, wie eigentlich alles in Peking. Nicht nur das Vogelnest und der Wasserwürfel sind hier einen Besuch wert, auch die wesentlich ruhiger gelegene Parkanlage im Norden ist wunderschön (Achtung, vom Vogelnest bis zu der Parkanlage sind es 2 U-Bahnstationen, das sollte man nicht unterschätzen, zu Fuß ist man da eine weile unterwegs).

Die Pekinger wissen, wie man Parkanlagen gestaltet. Wunderschöne, grüne Oasen, die sich da mitten in der Stadt auftun. Ist man einmal mitten drin, bekommt man sogar von dem Straßenlärm nichts mehr mit.

Abends war ich dann wieder zum Essen unterwegs. Diesmal in der Gegend der alten Hutongs rund um die Straße Nanluoguxiang. Ein ganz schönes Kontrastprogramm zu den ganzen Hochhäusern, die einem sonst so den Blick versperren. Hier haben wir Hotpot gegessen (das ist ähnlich zu dem deutschen Fleischfondue).

Tag 4: 

Zoo! Den Pekinger Zoo wollte ich mir unbedingt noch einmal anschauen und das nicht nur, weil es dort Pandabären gibt. Diese Anlage ist einfach wunderschön und sehr schön bepflanzt. Es gibt viel zu sehen und viel zu entdecken. Wenn man das Aquarium ebenfalls besuchen möchte und nicht nur Pandabär und Zoo-Anlagen, dann sollte man bereits am Eingang ein Ticket für alle lösen. Ob es am Aquarium noch einmal eine extra Kasse gibt kann ich leider nicht sagen. Mir sind auf dem Weg dorthin nämlich mehrere Schulklassen begegnet, so dass ich mich dann doch dafür entschieden habe noch ein wenig durch die restlichen Anlagen zu schlendern.

Den halben Tag habe ich im Zoo verbracht und wollte dann mit dem Bus wieder nach Hause fahren um mit Isabel und Louis zu Abend zu essen. Tja. Wer hätte damit gerechnet, dass um 15 Uhr Nachmittags bereits Feierabendverkehr herrscht und sich der Bus nur mäßig bis gar nicht voran bewegt. Zeitweiße dachte ich tatsächlich, ich würde dort noch übernachten müssen. Es ging einfach gar nichts voran. Das passiert hin und wieder, wenn sich unter einer Brücke zu viele Autos gleichzeitig bewegen wollen, oder einer meint er müsse jetzt trotz roter Ampel fahren. Die Pekinger machen ihren Unmut übrigens sehr gerne mit der Hupe bekannt. Und kaum fängt einer an, machen alle anderen mit. Ganz schön laut. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie es wäre, dürften jeden Tag alle Autos fahren (in Peking darf täglich nur die Hälfte der privaten Autos fahren, die andere Hälfte muss zu Hause bleiben).

Ich bin dann tatsächlich noch irgendwann angekommen… Man sollte also etwas Zeit mitbringen wann auch immer man sich von einem Ort zum anderen bewegen will. Oder man nimmt die U-Bahn, hier darf man aber vor allem zu den Stoßzeiten keine Angst vor Körperkontakt mit fremden Menschen haben.

Tag 5:

Eigentlich wollte ich am Freitag mit Isabel in Yashow-Markt nach Sanlitun. Dieser wird in vielen Reiseführern und Internetseiten genannt. Dort angekommen mussten wir aber leider feststellen, dass man ihn komplett dicht gemacht hatte. 2013 bei meinem letzten Besuch in Peking, florierte das Geschäft fort vor allem mit Touristen. Aber offensichtlich ist die Zahl der Besucher in Peking in den letzten Jahren stark zurück gegangen. Vermutlich wollen die meisten nicht die Gefahr eingehen, dass man bei einer Woche Aufenthalt nur Smog hat.

Nun, nachdem unser Besuch dort flachgefallen ist, haben wir uns erst einmal bei Starbucks aufgewärmt. Der Smog war ersetzt worden durch einen grässlichen, kalten Nieselregen. Brrr… Packt also immer genug Sachen ein, solltet ihr mal nach Peking fliegen.

Nach einer leckeren heißen Schokolade für Isabel und einem Kaffee für mich, sind wir dann also in eines der normalen Kaufhäuser weiter gefahren. 7 Stockwerke hoch und eine überdimensionale Grundfläche haben mich empfangen. Ohne Isabel hätte ich mich sicher verlaufen (obwohl das im Vergleich zu den Kaufhäusern in der Wangfujing-Straße noch recht ok war). Hier sind dann auch Geschäft wie C&A, Veromoda und H&M anzutreffen. Da kann natürlich nicht gehandelt werden und die Preise sind verbindlich, wie in Deutschland auch.

Tag 6:

Da war es dann auch schon wieder fast an der Zeit für den Rückflug. Mensch ist die Woche schnell vergangen. Nachdem am vorherigen Tag Yashow ja ins Wasser gefallen war, war ich entschlossen wenigstens auf noch einen zweiten Markt zu gehen. Also bin ich zum Silk-Markt gefahren. Hier bekommt man vor allem Schuhe, Anziehsachen und Taschen. Aber auch Jade, Schmuck, Spielzeug und Elektronik wird hier angeboten. Hier gilt wieder handeln was das Zeug hält, gerade wenn ihr euch nicht sicher sein könnt, ob der Gegenstand eurer Begierde wirklich ein echtes Produkt ist. Mit unter erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um eine Fälschung handelt, wenn zum Beispiel an der Stelle eines  eingestickten Polospieler plötzlich ein Drache prangt, oder bei dem bekannten LV plötzlich irgendwo noch ein & dazwischen ist.

Hier habe ich ein wenig mehr erbeutet, aber erneut war ich in Sachen Schutzhüllen erfolglos. Es ist unglaublich, wie viel Umsatz Apple allein in China machen muss. So viele iPhones und iPads habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Und die Apple-Stores erst, 2 oder 3 Stockwerke hoch.

Tag 7:

Früh morgens schon ging es mit meinem gepackten Koffer dann wieder mit einigen Umständen (siehe oben) an den Pekinger Flughafen zurück und mit einem Zwischenstopp in Frankfurt wieder nach Hause.

Was für ein Abenteuer. Ich freue mich schon auf meine nächste Reise, wohin auch immer sie gehen wird.

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